Lyonel-Feininger-Galerie

Sammlung Dr. Hermann Klumpp

Der in New York geborene Lyonel Feininger (1871-1956) lebte seit 1887 überwiegend in Deutschland. 1937 kehrte er, dessen Werk von den Nazis als "entartet" diffamiert wurde, mit seiner Familie in die USA zurück. Vor seiner Ausreise übergab Feininger ein umfangreiches Konvolut seiner Arbeiten an Dr. Hermann Klumpp (1902-1987), der es in seiner Heimatstadt Quedlinburg verborgen hielt und so vor der Vernichtung rettete. Klumpp, Kunstsammler und Architekt, hatte von 1929 bis 1932 am Bauhaus studiert. In dieser Periode entwickelte sich zwischen ihm und der Familie ein inniges Freundschaftsverhältnis, das wie der Quedlinburger Bestand die Nazidiktatur und die Nachkriegszeit überdauerte.

Dauerausstellung Lyonel Feininger

Die Dauerausstellung ist ganzjährig zugänglich. Dabei dürfte die Vielfalt der etwa 40 Exponate ihresgleichen suchen. Neun Gemälde machen die Entwicklung des Malers von seinen Anfängen (1907) bis in sein Spätwerk nachvollziehbar. Neben geschnitztem Spielzeug und einem Schiffsmodell werden außerdem Holzschnitte und Radierungen gezeigt. Im originalen Grafikschrank Feiningers sind seine Handzeichnungen auf exklusive Weise zugänglich. Da die Sammlung aufgrund der konservatorischen Empfindlichkeit von Papierarbeiten nicht permanent in seiner ganzen Fülle ausgestellt werden kann, wird die Dauerausstellung jährlich in den Sommermonaten um eine Sonderausstellung zum Schaffen Feiningers bedeutend erweitert.

Feininger-Ausstellung 1 klein
© Ludwig Rauch

Sonderausstellungen

Neben der Dauerausstellung und der jährlichen Überblicksausstellung zum Werk Lyonel Feiningers entwickelt die Galerie ein ausgedehntes Ausstellungsprogramm, in dessen Mitte die grafischen Künste stehen. Gezeigt werden neben Zeichnungen, Aquarellen und Druckgrafik auch Werke der Fotografie. Der Zusammenhang ergibt sich aus dem fotografischen Werk Feiningers selbst, aber auch aus seiner Suche nach einem komplexen  Bildbegriff. Insgesamt ist das große Thema „Kunst auf Papier“ berührt, wobei mediale Grenzüberschreitungen in Partituren, Autografen, Collagen, Buchkunst und experimentellen Erforschungen einbezogen sind.

Sammlungsperspektiven

Über den einzigartigen Feininger-Bestand hinaus verfügt die Galerie über eine namhafte Dauerleihgabe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Sie vereinigt insgesamt etwa 100 Werke von Künstlern der Klassischen Moderne, wie Emil Nolde, Erich Heckel, Ernst-Ludwig Kirchner, aber auch den Zyklus "Friedericus Rex" von Lovis Corinth. Daneben besitzt die Galerie eigene Feininger-Bestände und Grafik von Künstlern der Gegenwart.
Ein besonderes Ereignis stellt die Stiftung von Druckstöcken und Radierplatten des für Sachsen-Anhalt bedeutenden Künstlers Karl Völker (1889-1962) dar. Das Konvolut von mehr als 150 Stücken wurde 2014 an die Galerie übergeben. Die Sammlungen werden kontinuierlich erweitert.