Lyonel-Feininger-Galerie

Die Galerie

Die Lyonel-Feininger-Galerie wurde 1986 gegründet, um die Sammlung Dr. Hermann Klumpp aufzunehmen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei handelt es sich um einen der weltweit umfangreichsten Bestände an Druckgrafik von diesem bedeutenden Künstler. 2006 wurde die Galerie als eigene Einrichtung in die Stiftung Moritzburg Halle (Saale). Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt integriert. Beide Häuser gingen im Zuge der Stiftungsstrukturreform 2014 in die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt über. Über seinen prominenten Kernbestand hinaus entfaltet sich die Feininger-Galerie seitdem zu einem Museum für Grafische Künste, das überregional agiert und mit Sonderausstellungen auch hochkarätige Grafik aus allen Epochen zeigt. Neben internationaler Weltkunst schließt das Programm auch die Kunstgeschichte der Region und ihre Gegenwart ein.

 

Das Haus

Phase 1: Der Ursprungsbau der Lyonel-Feininger-Galerie ist ein 1901 errichtetes Museum im Baustil des Historismus. Unterhalb des Stiftsbergs und neben dem Geburtshaus von Friedrich Gottlieb Klopstock entstand so für die Präsentation städtischer Sammlungen eine dritte Einrichtung am Schlossberg. Mit wechselnden Konzepten wurden hier archäologische und regionalgeschichtliche Exponate von hohem Rang gezeigt, bis das Haus 1986 zu einem Kunstmuseum umgewidmet wurde, um die neu gegründete Lyonel-Feininger-Galerie aufzunehmen.

Phase 2: Von Anfang an gab es Erweiterungspläne für die Galerie. So sollten historisch wertvolle Häuser des ehemaligen Kürassierhofs und am Wipertihof in das Ensemble einbezogen werden. Es mangelte an Depots, Funktionsräumen und ausreichender Ausstellungsfläche. Ein erster Erweiterungsbau mit 2.750 qm umbauter Fläche wurde 1993 in Angriff genommen und mit Mitteln der Stadt, des Landes Sachsen-Anhalt und des Bundes bis 1997 errichtet. Das großzügige Foyer sowie neue Ausstellungsräume im Obergeschoss und im Zwischengeschoss boten der Galerie seitdem neue Spielräume zum Ausbreiten ihrer Schätze. Durch den Einbau einer Klimaanlage wurden die konservatorischen Verhältnisse auf internationale Museumsstandards gehoben.

Phase 3: Um das Areal auch in Richtung Schlossberg zu öffnen und die Baulücke zum Klopstock-Gartenhaus zu schließen, wurde zehn Jahre später das letzte Restaurierungs- und Neubauprojekt aufgelegt. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten am Schlossberg 11 und durch die Errichtung eines neuen Seitenflügels entstand mit Unterstützung der EU, des Landes, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Stadt und dem Deutschen Fachwerkszentrum Quedlinburg das heutige Museums-Karee, das im September 2013 feierlich übergeben wurde. Die Feininger-Galerie gewann dadurch 100 qm weitere Ausstellungsfläche, eine ebenso große Werkstatt für die museumspädagogische Vermittlungsarbeit sowie einen Seminarraum und andere Kapazitäten für eine vielseitige Öffentlichkeitsarbeit.

Phase 4: Die denkmalgerechte Sanierung des Schlossbergs 11 stellt die Erweiterung der Feininger-Galerie im Rahmen des durch die EU finanzierten Kulturinvestitionsprogrammes des Landes Sachsen-Anhalt zur Förderung des Kulturtourismus dar. Sie bedeutet für das Museum den architektonisch wie städtebaulich reizvollen Zugewinn des aus dem Vorderhaus, dem neu zu errichtenden Seitenflügel und dem Klopstock-Gartenhaus bestehenden historischen Gebäudeensembles am ehemaligen Kürassierhof in exponierter Lage am Fuße von Stiftskirche und Schloss. Die räumliche Vergrößerung ermöglicht es der Feininger-Galerie, ihre Aufgaben besser zu erfüllen, zu akzentuieren und zu erweitern.

Ausgehend von den satzungsgemäßen Kernaufgaben der Feininger-Galerie, dem Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln von Kunst, soll der Schlossberg 11 vor allem der Vermittlungs- und Bildungsarbeit der Feininger-Galerie dienen. Damit ist einerseits die klassische Museumspädagogik mit praktischen Arbeiten und Kunstkursen für Kinder und Erwachsene in der „Malstube“ und der Druckwerkstatt gemeint. Darüber hinaus ist geplant, dass der Schlossberg 11 ausgehend von der Reformpädagogik des Bauhauses und im inspirierenden Spannungsfeld der Bauhaus Stiftung Dessau, der Burg Giebichenstein, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und nicht zuletzt der Stiftung Moritzburg ein Zentrum künstlerischer Didaktik wird. Zeitgenössische Künstler sollen nach Möglichkeit ihre Ausstellungen in der Feininger-Galerie mit einem besonderen Programm für bestimmte Gruppen (z. B. Studierende der Burg Giebichenstein) verbinden oder einen Workshop im Rahmen einer Sommerakademie anbieten. Pädagogen, Philosophen und Gesellschaftswissenschaftler werden in loser Folge Vorträge halten und Seminare leiten. Außerdem soll die erweiterte Feininger-Galerie, die im Seitenflügel einen neuen Ausstellungsraum erhält, mittelfristig zu einer Feininger-Forschungsstelle entwickelt werden.

Die Gesamtkosten der Sanierungsmaßnahmen belaufen sich auf etwa 2,5 Millionen Euro. Diese wurden aus Mitteln des Bundes, des Landes und des EFRE-Förderprogramms sowie verschiedener Stiftungen finanziert.